Fachbegriffe

Gender

Menschen werden als männlich oder weiblich geboren. Die beiden biologischen Geschlechter (= sex) begründen aber allein noch nicht die Vorstellungen, die mit ihnen insgesamt verbunden werden. Das Geschlecht ist auch immer eine soziale Konstruktion (= gender). In verschiedenen Gesellschaften gibt es ganz unterschiedliche Bedeutungen des biologischen Geschlechts. Bereits im Kindergartenalter begreifen sich Kinder als Mädchen oder als Junge. Die Spielmöglichkeiten sind heute so vielfältig, dass es hier keine geschlechtsspezifischen Einteilungen mehr gibt bzw. geben sollte. Somit kann jedes Kind spielen, was es möchte. Dennoch unterscheiden sich Mädchen und Jungen schon früh im Sozialverhalten, in Interessensgebieten und im Nacheifern unterschiedlicher Geschlechtsmuster. Geschlechtsspezifische Unterschiede, also die Zuschreibung, was typisch „mädchenhaft" oder „jungenhaft" ist, und unterschiedliche Erziehungsziele der Erwachsenen werden oft ganz unbewusst getroffen. Das Geschlecht wird somit ständig in der Interaktion und Kommunikation mit anderen Menschen hergestellt (= doing gender). Geschlechtstypische Unterschiede lassen sich bei der Einschulung im Bereich der Lernvoraussetzungen feststellen. Dabei verhalten sich Grundschulkinder feststellbar als „Mädchen" oder „Jungen". Vorreiterin für Fragen rund um „Gender", das soziale Geschlecht, ist heute Frau Prof. Joan W. Scott, die der Geschlechterforschung eine neue Orientierung gab.

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